Die Welt ist deine Bühne.

Zeige dein Licht.

Einst in alten Zeiten ...​

 

... war das Theater noch ein heiliges Spiel. Die theatrale Darstellung der göttlichen Kraft in uns ist uralt und auf der ganzen Welt zu finden. Schon in der Steinzeit gab es das Theater. Das Wort Theater ist übrigens altgriechisch und bedeutet "Schaustätte". Menschen gingen ins Theater, um sich zu erkennen. Ursprünglich hatte das Theater auch eine Heilfunktion. Man nutzte seine wandelnde Kraft, um durch einen Prozess der Läuterung (Katharsis) zu gehen. Die Aufgabe der Schau-Spieler war es, das Verborgen Gedrängte, zutiefst Menschliche in uns vollkommen unverfälscht zu spiegeln. Sie vermieden die alltägliche Sprache. Sie sprachen mit den Augen, dem Gesicht, ihren Bewegungen und der Kraft ihres Herzens. Schauspieler waren einst Sänger, Heiler, Gelehrte, Alchemisten, Poeten und Philosophen.

Das Theater: Ein intensiver Kraftort​

 

So war der Ort, an dem die Mysterienspiele stattfanden, meist im Freien und bot uns einen besonders intensiven Kraftort. Hier konnten wir der Natur tiefer begegnen und uns auf ihre Kräfte einschwingen. Die umgebende Landschaft war nicht nur Kulisse, sondern fügte sich als eine weitere Mitspielerin in das Geschehen ein. Der Ort, der Wind, der Regen, die Sonne, die Konstellation der Sterne, einfach alles spielte damals eine Rolle. Die Bühne war damals von den Zusehern auch absichtlich nicht abgegrenzt. Spieler, Bühne und Zuseher waren eng miteinander verbunden. Auch verstanden die alten Baumeister die Magie der Erde wahrlich zu nutzen, um dem Publikum eine phantastische Akustik zu bieten. Untersuchungen ergaben, dass an jenen Orten der Ton besonders lange nachschwingt. 

 

Der Theaterbesuch als Teil der Therapie​

 

Im Heiltempel Epidauros im alten Griechenland stand der Theaterbesuch sogar fix auf dem Therapieprogramm. Heldensagen wurden auch nur einmal inszeniert, um den überraschenden Katharsis-Effekt nicht zu mindern.  Das antike Theater war aber auch Schauplatz für Philosophen, Politiker, Rhetoriker und Lehrer. Der große Denker Platon vermittelte dort leidenschaftlich seine Archetypenlehre und unterhielt sich öffentlich mit seinem Lehrer Sokrates und anderen Philosophen über die spirituellen Hochkulturen Atlantis und Lemurien. Dort übrigens sah man Kunst als nichts Getrenntes. Alle waren dort Künstler. Auch arbeiteten die Menschen dort ganz bewusst mit der Heilkraft des Klanges. Wenn z.B. ein Klang in Disharmonie war, arbeiteten sie solange daran, bis der Klang harmonisch war, bis er "stimmte" und Kraft bekam. Aus solchen Klängen gingen dann himmlische Musik und Gesänge hervor. Disharmonische Lieder und Geschichten mündeten stets in ein klangvolles "Happy End". Singen und Lachen war oft eins.

Mysterienspiele als Brücke zur Götterwelt​

Mysterienspiele mit theatralen Elementen reichen auch weit zurück und sind in den unterschiedlichsten Teilen der Welt, wie beispielsweise in Indien und Ägypten, zu finden. Man nutze sie, um sich tiefer mit der Götterwelt zu verbinden und den Sinn eines Mythos fühlbar zu erleben. Im alten Ägypten hielten Priester und Priesterinnen auch zuvor den sogenannten Tempelschlaf ab. (Man sagt den großen Gelehrten der Antike Sokrates, Homer und Phytagoras nach, dass sie große Verehrer jenes ägyptischen Heilschlafes waren und dadurch ihre Weisheitslehren empfangen hatten.) Dabei erforschten sie ihre inneren Bilderwelten in einem Trancezustand, um dann anschließend die daraus gewonnenen Erkenntnisse im Spiel nach außen sichtbar zu machen. Mysterienspiele fanden auch im Mittelalter statt. Wurden aber von der Kirche nicht gerne gesehen.

 

Und natürlich sind Storytelling und Theater auch eng mit dem Schamanismus verwoben. Dabei dient der schamanische Schauspieler als göttlicher Kanal und spiegelt uns unser Weltendrama, um Reinigung und Läuterung zu bewirken. Durch archaische Körperhaltungen versetzt er sich in die unterschiedlichsten Bewusstseinszustände, reist in andere Dimensionen und erschafft mithilfe von Gebeten, Trommeln, Gesang und Tanz, göttliche Magie im Raum. Performance und Rituale gehen hier Hand in Hand.